In der anspruchsvollen Gastronomie, in der jede Minute zählt, kann das Betriebsmanagement schnell zu einer zeitraubenden Aufgabe werden. Hier kommt GastronomIA ins Spiel, ein junges Start-up aus Neuenburg, das von Julien l’Eplattenier und Kim Chiquet gegründet wurde. Ihre multifunktionale App soll Gastronomen dabei helfen, ihre Zeit optimal zu nutzen und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, während gleichzeitig die zahlreichen, oft mühsamen Verwaltungsaufgaben digitalisiert werden.

Wir hatten die Gelegenheit, mit den Mitbegründern zu sprechen, um mehr über ihren Werdegang, ihre Vision und die Zukunft von GastronomIA zu erfahren.

Ein Zusammenspiel zweier sich ergänzender Fachgebiete

Julien l’Eplattenier kommt aus der Gastronomie und verfügt über Erfahrung im Bereich Event-Küche und Catering. Kim Chiquet ist ein erfahrener Unternehmer mit mehr als 12 Jahren Erfahrung in der IT-Branche. Gemeinsam haben sie GastronomIA entwickelt,eine App, die das Restaurantmanagement revolutionieren soll, indem sie die täglichen Abläufe vereinfacht.

„Unsere App hilft Gastronomen, Zeit zu sparen, indem sie alles digitalisiert, was heute noch auf Papier erledigt wird: Bestellungen, Notizen, Rezepte, Mitarbeiterunterlagen usw.“, erklärt Kim.

Eine Lösung, die speziell für Fachleute entwickelt wurde

GastronomIA ist nicht einfach nur eine Verwaltungs-App. Sie wurde speziell für Fachleute aus der Gastronomie entwickelt. „Bislang gibt es nichts Vergleichbares, das so umfassend ist“, erklärt Julien. Die App vereint alle wesentlichen Aufgaben auf einer einzigen Plattform, die sowohl über das Smartphone als auch über den Computer zugänglich ist.

„Wir ermöglichen es Küchenchefs, ihre Verwaltungsaufgaben von überall aus zu erledigen, sei es im Bus oder zwischen zwei Dienstschichten“, fügt Kim hinzu.

Die App bietet außerdem Tools zur Erstellung von Bildmaterial, zur Optimierung von Rezepten, zur Menüplanung und zur Verwaltung der Kommunikation mit Kunden in den sozialen Netzwerken.

Die Herausforderungen bei der Umsetzung

Die Idee zu GastronomIA entstand nach jahrelanger Beobachtung der Herausforderungen, mit denen Gastronomen konfrontiert sind. Die Einrichtung einer solchen Plattform verlief jedoch nicht ohne Hindernisse.

„Es war nicht einfach, die Menschen in einer so traditionsreichen Branche vom Nutzen einer solchen App zu überzeugen“, gesteht Julien.

Das Duo musste zudem kompetente Entwickler finden, die den spezifischen Anforderungen des Projekts gerecht werden konnten. „Wir hatten das Glück, mit einem Team junger Entwickler zusammenzuarbeiten, von denen einer sich in der Gastronomiebranche gut auskannte, was die Entwicklung enorm erleichtert hat“, erinnert sich Kim.

Warum Neuenburg?

Die Entscheidung, GastronomIA in Neuenburg anzusiedeln, ergab sich ganz natürlich, vor allem dank der soliden Netzwerke, über die die Mitbegründer dort verfügten, insbesondere im Gastronomiebereich. Julien und Kim konnten zudem auf die Unterstützung von GastroNeuchâtel, einem bedeutenden lokalen Partner, sowie auf die Begleitung durch das Wirtschaftsamt zählen.

„Neuchâtel hat uns ein Netzwerk und eine Unterstützung geboten, die wir anderswo nicht gefunden hätten“, betont Kim.

Julien fügt hinzu: „Für ein Start-up ist das Netzwerk entscheidend, und Neuenburg ist ein Ort, an dem dieses Netzwerk wirklich den Ausschlag geben kann.“

Eine ehrgeizige Zukunftsvision

In fünf Jahren plant GastronomIA, über die Schweiz hinaus zu expandieren. „Nachdem wir unsere Präsenz in der Westschweiz gefestigt haben, streben wir eine Expansion nach Deutschland und Italien an, mit dem Ziel, ein bedeutender europäischer Akteur im Bereich des digitalen Restaurantmanagements zu werden“, erklärt Kim. Die App ist bereits mehrsprachig und bereit, den internationalen Markt zu erobern.

Eine entscheidende Zusammenarbeit

Die Mitbegründer sind sich einig: Die Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsamt von Neuenburg war entscheidend. „Anfangs waren uns nicht alle verfügbaren Fördermöglichkeiten bewusst, aber dank unseres Netzwerks konnten wir diese Unterstützung in Anspruch nehmen, was die Entwicklung unseres Projekts wirklich beschleunigt hat“, erklärt Julien.

Neuchâtel als Drehscheibe für die FoodTech-Branche?

Laut Kim hat Neuenburg Unternehmern viel zu bieten, doch hinsichtlich der Kommunikation über die verfügbaren Fördermittel und die Möglichkeiten für Technologie-Start-ups gibt es noch einiges zu tun.

„Neuchâtel könnte zu einem Zentrum für FoodTech werden und so mehr Investitionen und Talente anziehen“, meint er. Die Idee wäre, die internationale Sichtbarkeit des Kantons zu stärken, indem man auf innovative Branchen wie die digitale Gastronomie setzt.